Gartenzeiten

Zeiten im Garten. Morgenstunden. Abendstimmung. Jahreszeiten. Übergänge. Jahresgang. 

No.13 Brunnen & Quellen


Quelle: N. Schmitz via www.pixelio.de

Rund um Laetare, den vierten Fastensonntag, werden die Osterkronen aufgestellt.

Gleichzeitig beginnt die Zeit der Osterbrunnen.

Mit dem Frühlings-Tauwetter begannen Quellen wieder zu fließen.
Brunnenwasser ließ sich leichter schöpfen. 
Wasser war einfacher zugänglich. 

Den Zugang zu sauberem Wasser regeln bis heute die Wasserrechte.

An sie und ihre zentrale Bedeutung für die Gemeinschaften
knüpfen Traditionen wie das Brunnenschmücken an.  

Ein besonderer Aspekt ist das Osterwasser.

Einerseits wird in der Osternacht das Taufwasser für das kommende Jahr geweiht. 
In manchen Liturgien wird die brennende Osterkerze hinein gesenkt. 

Andererseits bestand die verbreitete Vorstellung,
dass das am frühen Ostermorgen geschöpfte Wasser besondere Kräfte hat. 

Besonders, wenn es von den jungen Mädchen schweigend nach Hause gebracht wird.

Daraus entwickelte sich die Tradition, dass die Burschen versuchten,
die Mädchen auf ihrem Weg nach Hause zu stören. 

Wahrscheinlich ein Vorgriff auf die Bräuche zum Mai.

Alles Übrige rund um die Osterzeit erwartet und dann hier in der kommenden Woche.

(Dieser Beitrag wird auch auf www.schola-rheni.de veröffentlicht.)

Artenschutz & Gartenleben

 

‘Ich bin Leben inmitten von Leben, das leben will.’ - Alber
t Schweitzer
Alles gärtnert.’ - Bill Mollison

Klimawandel und Artensterben bewirken und bedingen einander. Beides haben wir in der Hand.
Unser Verhalten in den kommenden Jahren und und Jahrzehnten
wird wesentlich über den Fortgang der uns vertraten Lebensgewohnheiten
und den Fortbestand von Artengemeinschaften entscheiden.

Je früher wir uns anpassen und in unseren Gärten das Leben in seiner Vielfalt schützen und fördern, umso besser.

ARTEN - TOP 12

Im Beet

01. Vielfalt schützen. Vorsichtig gärtnern. Vielfalt bewahren. Ungleichgewichte vermeiden.

02. Vielfalt fördern. Nischen und Rückzug zulassen. Winterschutz und Hitzeschutz vorsehen.

03. Vielfalt planen. Pflanzpläne und Anlagen behutsam anpassen.

04. Vielfalt ernten. Vielfältiger anbauen. Mischkulturen & neue angepasste Arten ausprobieren.


In der Hütte

05. Vielfalt zulassen. Nischen in Dachstühlen, Fundamenten und Mauerritzen zulassen.

06. Vielfalt fördern. Rückzugsorte, Totholzhaufen, Trockensteinmauern und Nistplätze schaffen.

07. Vielfalt gestalten. Artenspektren beobachten und kennenlernen. Schäden schonend ausgleichen.

08. Vielfalt bewahren. Auf Anbaugifte verzichten. Nützlinge fördern. Pflanzen stärken.

 

Beim Gärtnern

09. Mit dem Kopf. Artenspektren kennen lernen und aufzeichnen. Veränderungen fest halten.

10. Mit dem Herzen. Gute Nachbarschaften pflegen. Wasser bereit halten. Umsichtig zufüttern.

11. Mit der Hand. Schonend und behutsam bearbeiten. Nahrungsnetze bestehen lassen.

12. Mit Horizont. Klimawandel und Artenveränderungen im Blick behalten. Aufmerksam sein.

Stets weiter anpassen.

 

 

21. Dezember 2020 - Wo es beginnt























Hier folgen Informationen rund um Gärten und Gärtnern im Klimawandel.

Angesichts einer sehr waren und windigen Weihnachtswoche widmen wir uns in den kommenden Wochen folgenden Themen:

- Wetterdaten 2020: Temperaturverlauf und Niederschläge
- Winter voraus: Pläne, Vorhaben und Anwendungen für die vormals kalte Jahreszeit.
- Gärten 2021: Vorbereitungen für ein klimabewusstes und wiederstandsfähiges Gartenjahr. 

Wir freuen uns!

Gartenfabel.de

April!

wikimedia commons
- Widder, Normannische Buchmalerei, 15. Jhdt.

Vollfrühling.
Wetterwechsel. Durchtrieb. Ostern. Georgsritt.

April's Fool.
Kirschblüte & Apfelblüte. Sakura. Hanami.

Absicht: Blätter wachsen sehen.

Jeden Tag. 

 

 

 

 

Marius - März - March

Venus and Mars

wikimedia commons - Sandro Botticelli, Venus und Mars, British National Gallery, London


Equinox

März gehört dem Kriegsgott Mars und seinem Tier, dem Widder.

In diesen Monat fällt die Frühjahrstagundnachtgleiche (Equinox),
Jahresbeginn persischer Religionen, und eine Reihe von Frühlingsfesten.

Pessach und Ostern richten sich nach dem Frühlingsvollmond.

Waliser feiern ihren Nationalheiligen St. David am 1. März mit Lauch und Narzissen.

Am 17. März, zum Frühlingsbeginn, feiern Iren ihren Patron Padraigh, Patrick.

Grün ist die Farbe. Aufbruch die Stimmung.


"To Cure & to Care"

März gehört der Fastenzeit, den vierzig Tagen zwischen Karneval ('Tschüß, Fleisch') und Ostern.

'Fasten' heißt fest werden, fest machen, festigen (wie in 'fasten seatbelt').
Entgiften, Sortieren, Verabschieden folgen Vorfreude, Aufbauen und Aufblühen.

Praktischerweise zur Zeit der 'hungry gap' der Nahrungslücke,
wenn Vorräte aus eigenem Anbau zur Neige gehen, Kühe trocken standen
und Milch für Jungtiere gebraucht wurde.

Ordensleute folgen im Fasten einer Schedula (Ursprung des schedule), einem maßvollen Fastenplan.

Die Art des Verzichts wird besprochen.
Das Fasten soll keine Selbstüberschätzung oder Überheblichkeit auslösen.
Strenge Fastentage sind Aschermittwoch und Karfreitag,
Mittwoch, Freitag und Samstag reguläre Fastentage.

In der Regel wird auf Fleisch und Wein, Eier und Butter verzichtet.
In den orthodoxen Kirchen zusätzlich auf Milchprodukte und Öl.

Xerophagia, Trockenkost, findet eigene Rezepte.  

Für Kranke und Schwache gelten Ausnahmen.
Gastfreundschaft durchbricht das Fasten.
Manche Kirchentraditionen nehmen Fastensonntage aus.

Eigene Fastentraditionen gelten, und Speisen wie Maultaschen,
Stockfisch oder Baklava, gesalzener und getrockneter Kabeljau.
Dessen Bedarf machte die Hanse reich.

Da man im Flüssigen, abgesehen vom Wein, Fasten nicht brechen kann,
brauten Klöster Starkbier als flüssiges Brot der Fastenzeit.

'Fasching' bedeutet Fastausschank.

 

Enthaltung & Wohlgeschmack

Bewußtem Verzicht, bewußter Achtsamkeit steht bewußter Genuß gegenüber.
Fasten balanciert und kalibriert Stoffwechsel und Waage, übt Seele und Geist,
bringt Gemüt und Geschmack in Einklang.

Aufmerksame Auswahl und freiwillige Beschränkung vertiefen Gustus,
Geschmack, zum vollen, wahren, tiefen Genießen.

Gleichzeitig bereitet sich der Körper in der hungrigen Phase vor dem Frühjahr auf das helle Halbjahr vor.
Er entschlackt und erneuert. Frühjahrskuren und Anwendungen spülen Giftstoffe aus.
Gut gewählte Fastenkost führt dem Körper Mineralien zu und kräftigt.


'Wie Innen, so Außen'

Das Wählen, Üben und bewußte Aushalten passt zum Frühjahrsputz.
Altes verabschiedet sich. Neues taucht auf und ist willkommen.

Sortieren und Polieren macht Luft und Raum, öffnet das Haus für Wärme und Licht.

Gleichzeitig werden nach dem Tauwetter Brunnen geputzt und vorbereitet.


'Wie drinnen, so draußen'

Tees für den Körper wie Ackerschachtelhalm oder Nessel
helfen auch dem erwachenden Garten und Pflanzen im Haus.
Sie kräftigen Pflanzengewebe, nähren und beugen Krankheiten vor.

Mit der Weidenblüte beginnt die Gartenarbeit mit Aufräumen und Rückschneiden. Jäten und Nähren.

Ansaaten beginnen.
Auf der warmen Fensterbank, oder im Freien, "wenn man mit blankem Podex auf der Erde sitzen kann".
(Alte englische Gartenweisheit.)

Lässt sich allerdings auch mit dem Ellenbogen prüfen. Das schont die Nachbarn.